Alles lila – Avalon in Glastonbury

Das Tor … der Hügel in Glastonbury. Hier soll Avalon im Nebel der Zeit verschwunden sein. Jeder der den Film „Die Nebel von Avalon“ kennt, wird automatisch in die Scene zurück versetzt in der Morgaine am Tor zwischen den Welten wechselt.Web Tor Nebel

Und wenn man sich die Gegend am frühen Morgen, wenn die Nebel sich langsam lichten so anschaut, erscheint es durchaus passend. Der Hügel ragt wie eine Insel aus dem Nebel heraus.

Heutzutage braucht man in Glastonbury nicht lange zu suchen. Der Tor ist von überall aus zu sehen und  Avalon befindet sich an jeder Ecke. Hier wird der alte Glaube aktiv gelebt. Die Dame vom See ist allgegenwärtig. In einem kleinen schnuckeligen Hinterhof an der High Street befindet sich der Goddess Tempel der heutigen Priesterinnen von Avalon. Seit einigen Jahren bietet hier Kathy Jones auf verschiedenen  Wegen, eine dreijähige Ausbildung zur Priesterin der Göttin an.

(AVALON Der Pfad der Göttin – Alte Mysterien und moderne Wege ISBN 978-3-86663-071-0)

Der Tempel ist ein wunderschön gestalteter Raum mit vielen verschieden Bildern der Göttin in allen Formen die man sich vorstellen kann. Zu jeder Jahreszeit wird er neu gestaltet.  Jetzt zu Ostera war alles in zartem Grün gehalten.  Ein großes Bild dient als Altar vor dem die Avalon Kerze brennt. Diese Kerze wurde 2004 bei der Göttinnen Konferenz aktiviert, mit der Energie von verschiedenen Orten verbunden und gibt nun ihr Licht in die Welt. Dazu stehen überall Blumen, Bilder und Statuen, sanfte Musik spielt im Hintergrund. Die ganze Atmosphäre ist lichtvoll und warm. Und lila …. !! Boden, Wände, Kissen, Kerzen, alles strahlt in einem sanften Violett.

Bilder bei Google (Fotografieren war darin nicht erlaubt)

Eine sogenannte Melissa wacht im Tempel und begrüßt die Eintretenden. Du kannst dich abräuchern und segnen lassen oder auf einem der vielen Felle und Kissen an den Wänden Platz nehmen. Wenn du magst, kannst du gegen eine kleine Spende, deine Bitte an die Göttin auf einen kleinen Zettel schreiben und ein Teelicht an der Kerze entzünden, oder mit einer eigenen Kerze die Flamme Avalon mit dir nehmen.

Einige meditieren, anderen beten und einige werfen sich vor dem Altar nieder und erweisen so der Göttin ihre Gunst. Was ich persönlich ein wenig befremdlich fand, da die Göttin für mich eher gleichgestellt ist und keine Unterwerfung fordert wie ein christlicher Gott.

Ihre Anwesenheit ist aber unzweifelhaft spürbar.  In der Meditation hatte ich sehr viele, sehr intensive Bilder, die ich sehr berührend fand.

Der ganze Raum ist voll der Energie, der Bitten und Anrufungen der viele Menschen, aber irgendwie fehlt mir nach einiger Zeit die Aktivität. Es kam mir ein wenig zu sehr einer Kirche gleich. Ruhig und besinnlich. Wo ist die Göttin … die sich bewegt, die lebt, singt und tanzt?

Neben diesem kleinen öffentlichen Tempel, hat die Goddess Gesellschaft noch eine große Goddess Hall in der die Konferenzen und Schulungen stattfinden.

Ich finde es faszinierend, allerdings auch wieder ein wenig beschränken. Für mich ist die Göttin überall, nicht nur hier in Glastonbury. Die Nolava – so wird sie hier genannt – ist für mich eine Ortsgöttin, also eine Form der großen Mutter, die allerdings hier auf den Ort begrenzt ist.  Avalon eben.

Aber wenn man Avalon darüber hinaus als ein Mysterium versteht, das die Göttin für uns begreifbar macht,  ist es in jedem von uns, überall dort wo wir sind.


Posted on by iffi

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