Stormdancer – ein Drachenmärchen

Er war einmal zu einer Zeit als die Märchen entstanden. Als es noch Könige und Prinzessinen gab
Und Alles in gut und böse geteilt war.

In dieser Zeit lebte am Rande eines grossen Dorfes ein kleines Mädchen.
Er war ein richtiges freches Mädchen. Mit roten Haaren und sonnengbräuter Haut.
Sie war schneller und wilder als als die anderen Kinder. Deswegen mochte keiner so gerne mit ihr spielen.
Daher spielte sie oft alleine auf den Wiesen. Am liebsten spielte sie mit dem Wind.
Sie liebte es, wenn es anfing zu stürmen, wenn sie von ihm gedrückt und gezogen wurde.
Sie rannte über die Wiese und lies sich vom Wind treiben. Schneller und schneller.
Oder sie lehnte sich gegen den Wind und er stüzt sie, so das sie nicht umfiel.

.Bald hatte das kleinem Mächen ihren Spitznahmen weg.
„Wirbelwind“nannte sie ihre Mutter liebevoll.
„Komm herein Verücktes kleines Mädchen. Du kannst doch nicht bei dem Wetter daußen rumrennen.“
Jedes mal wenn ein Gewitter aufkam holte ihre Eltern sie sofort ins Haus hinein.
Sie mussten alle Fenster und Türen schließen und niemand durfte sich in dieser Zeit draußen aufhalten.
Das war ein Gesetz in dieser Stadt an das sich alle Menschen hielten.

Doch immer wieder wagte sie es, und blieb so lange draußen wie es nur ging.
Erwartungsvoll sah sie zum Himmel um den Ersten Blitz zu sehen.
Da kam ihr GrossVater angelaufen und nahm sie auf den Arm um sie hinein zu tragen.
„Grossvater, Warum haben die Menschen Angst vor dem Gewitter.
Der Grosvater erzählte ihr:
„Es ist nicht das Wetter das ihnen Angst macht.
Es sind die Drachen. Sie sind es, die in den finsterne Wolken wohnen.
Wo ihr Atem den Boden berührt verbrennt er alles zu Asche.
Höhrest du ihr Brüllen und siehst du ihr Feuer, dann bist du verloren.
Wer es wagt bei Einbruch des Sturmes draußen zu sein, den verbrennen sie.
Es hast noch nie einer ihren Anblick überlebt.“

Doch all die Angst die man ihr gemacht hatte, reichte nicht aus. Ihre Neugierde war stärker.
Beim nächsten Gewitter welches sich ankündigte, kletterte sie durch ihr Zimmerfenster hinaus,
lief auf die Wiese und verstecke sich hinter einem Baum.
Der Wind emfing sie, spielte an ihren Haaren, zog in ihren Kleidern
Der erste Blitz zuckte zu Boden und Sie spürte die kalten Tropfen auf ihrer Haut.
Doch völlig gebannt starrte sie in den Himmel.
Da sah sie die Drachen. Mit dem ersten Donnergrollen kamen sie durch die Luft gefegt.
Ganz still stand sie da, staunend dem Schauspiel welches sich ihr bot.
Sie sah die vom Regen glänzenden Leiber durch die Luft gleiten.
Fast schwerelos erschienen sie ihr.
Wie Fische im Wasser, ganz in ihrem Element. Mit mächtigen Flügeln, die sie mühelos
in alle Richtungen dirigieren konnten. Kreisend, fallend und wieder aufsteigend.
Es sind Stormdancer, Sturmtänzer, dachte sie.

Faszieniert sah sie ihnen zu.
Wie sich sich in ihrem wilden lebendigen Tanz miteinander vergnügten.
Nach den letzten grollen verschwanden sie wieder in den Wolken
Und das Mädchen ging voller tiefer Freude über das Gesehen wieder in ihr Zimmer.
Sie verwahrte ihr Abenteuer gut und erzählte niemanden davon.
Aber so oft es ging, schlich sie sich bei Gewitter nach draußen.

Als sie älter wurde, änderte sich nicht viel dran.
Immer noch fand sie die aufziehenden Gewitterfronten undwiederstehlich.
Sie konnte dann einfach nicht im Haus bleiben
Sondern musste hinaus auf die Wiesen um auf die Ankunft des Sturmes zu warten.
Auf die ersten bangen Sekunden in denen es ganz Still wird
So still das man nur sein eigenes Herz hört
Wo keine Wind sich regt. Kein Vogel mehr singt. Und alles in gespannter Erwartung verharrt.

Dann, wenn der erste Blitz durch den Himmel zuckt
Und das erste Krachen des Donners die Wolken öffenen.
wenn die ersten Tropfen fallen und der Regen durchbricht.
Dann kam der Wind und die Drachen.
Schon lange versteckte sie sich nicht mehr
Sondern stand mit ausgebreiteten Armen im Freien.
Oft meinte sie den warmen Atem der Drachen zu spüren,
wenn sie über sie durch den Himmel tobten.

Und wer sich herauswagt hätte, der säh sie im Regen stehen
Und mit ausgebreiteten Armen im Wind tanzen.

Bei fast jedem Umwetter schlich sie sich aus dem Haus
um dem Schauspiel beizuwohnen.

Das bliebt den Dortbewohnern natürlich nicht verborgen.
Auch wenn sie sich in ihren Häusern versteckten.
Sie konnten 1 plus 1 zusammenzählen.
Jedsmal wenn das Mädel hinaus ging, kamen die Drachen.
Sie musste mit ihnen im Bunde steht. Eine Hexe war sie. Jawohl.
Die Hexe hat die Drachen angelockt.
Es dauerte nicht lange nachdem das Gerücht sich im Dorf verbreitet hatte,
das die Häscher des Königs vor
Der Tür des Bauern erschienen und das Mädchen aus dem Haus zerrten
und es in den Kerker der Stadt warfen.

Kurzerhand wurde ihr der Prozess gemacht. Und sie wurde wie viele
Hexen zum Scheiterhaufen verurteilt.
Gleich am nächsten Tag sollte sie verbrannt werden.
Eine Menge Schaulustiger Dorfbewohner hatten sich eingefunden.
Alles war vorbereitet. Es sah aus wie zu einem Volksfest.
Welch eine Freude, wenn es wieder eine Hexe weniger gäbe.
Doch die Freude wurde getrübt.
Schwere Wolken zogen herbei. Die Sonne verdunkelte sich.
Wind kam auf. Fegte über den Platz wie ein unheilvoller Bote.

„Die Drachen kommen, sie hat sie wieder gerufen.
Da haben wir den Beweis.“ riefen die Dorfbewohner.
Schnell versuchte der Vollstrecker das Feuer zu entzünden.
Während die ersten Bewohner schon wieder angstvoll in ihren Häusern
Liefen und die Fenster und Türen schlossen.
Doch die ersten Regentropfen fielen und loschen immer wieder die
gerade entzünde Flammen.
Eifrige Dorfbewohner stecken ihren Fackeln in den Holzstoss
und das Feuer begann zu knistern.
Angstvoll sah das Mädchen zum Himmel.
„Ja, lass sie kommen. Noch ein letztes Mal, sie will ich sehen
bevor ich sterben muss.“ Betete das Mädchen.
Und zum erstem Mal in ihrem Leben, rief sie mit ganzem Herzen
und kraftvoller Stimme nach den Drachen.

Ein Rauschen und Grollen ging durch die Luft. Die Wolken am Himmel teilten sich
unter einem heftigen Blitz und helle, sich windende Körper schossen
zur Erde hinunter. drekt auf sie zu.
Ihr letzter Wunsch war in Erfüllung gegangen.
Dankbar wollte sie ihre Augen schließen, doch sie konnte es nicht.
Ihr Blick fiel auf einen weißen Drachen der direkt auf sie zuglitt.
Auge in Auge stand er vor ihr. Sie konnte es kaum glauben.
So nah hatte sie noch nie Eines dieser Wesen gesehen.
Und sie hörte im Grollen des Donners eine Stimme die zu ihr Sprach

„Fürchte dich nicht.
Wenn du keine Angst vor unsere Kraft hast,
sollst du eine der Unsrigen werden.“

Und er schüttelte einige seiner Schuppen über sie hinunter und blies sie mit seinem Atem auf ihre Haut.
Der Atem des Drachen war heiß, wie das Feuer unter ihr.

Doch er verbrannte sie nicht.
Ihre Haut bildet nur eine Kruste, Schuppengleich
Und sie spürte wie sie sich ausdehnte, wie sie wuchs und die Fesseln sprengte.
Als sie ihre Arme nach vorn nahm, fühlte sie die Kraft von
Mächtigen Muskeln die grossen Schwingen trugen.
Ganz ohne Schmerzen verwandelt sich ihr ganzer Körper
In die Gestalt eines Drachen….
Der Scheiterhaufen brach unter ihrem Gewicht zusammen
Stolpern und mit unsicheren Bewegungen schwang sie ihre Flügel.
Doch wie überrascht war sie, wie leicht es war sich in die Luft zu erheben.
Mühelos stieg sie auf, vom Wind getragen. Zog spiralförmige Kreise
Und lies sich hochgleiten, umgeben von den Drachen
die ihre Ankunft in den Wolken erwartet hatten.
„Sei willkommen in unserer Mitte, Stormdancer.“

 

 

 

 

 


Posted on by iffi

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