Mabon

Wir haben September das kommt aus dem Lateinischem Mensis Septimus, der siebte Monat. Das liegt daran das sich die Monate mit der Kalenderreform der Umstellung vom römischen auf den Gregorianischen Kalender verschoben haben.

Im Althochdeutsch heißt der Monat Scheiding, der Herbstmond, der Hell vom Dunkel trennt. Wir spüren die zunehmden Dunkelheit schon ganz deutlich. Es sind schon fünf Stunden mehr als im Hochsommer.
Am 22. oder 23. September ist die Tagundnachtgleiche: die Sonne steht in der Äquatorebene der Erde und geht an diesem Tag genau im Osten auf und genau im Westen unter.
An einem dieser zwei Tage beginnt, astronomisch gesehen, der Herbst. Für Meteorologen beginnt der Herbst aber bereits am 1. September.

Wir feiern den Mabon Sabbat
als Mabon wird auch der Heilige Sohn, das Heilige Kind der Erdmutter Modron.
Für mich ist es die Leibesfrucht von Mutter Erde im allgemeinen Sinne.
In den klassischen Kulturen Süd und Mitteleuropa wurde überall fast zur gleichen Zeit ein mehrtägiges Fest gefeiert.

Bei den Griechen gab es den sehr bedeutenden Mythos von Demeter und ihrer Tochter Persephone (=Kore). Der Unterweltsgott Hades/Pluto entbrannte in Liebe zu ihr, und hat sie kurzerhand geraubt – war wohl damals eine Form der Brautwerbung 😉 – und in die Unterwelt entführt, worauf Demeter sie überall verzweifelt gesucht hat.
Als sie sie nicht finden konnte, war sie so voll Trauer, daß sie ihre Pflichten vernachlässigte und auf der Erde nichts mehr wachsen ließ, keine Blumen, keine Früchte, alles ging ein.
Sie verhandelte mit Hades um ihre Tochter und handelte einen Vertrag aus. Er hatte ihr allerdings das Versprechen abgenommen, nicht in der Unterwelt zu essen. Heimlich hat er ihr von Granatapfelkernen zu essen gegeben und deshalb muss sie jedes Jahr für ein Drittel des Jahres wieder zu ihm in die Unterwelt kommen.
Diese Zeit begann im Herbst und ging über den Winter, und im Frühjahr durfte sie wieder hinauf zu ihrer Mutter.
Demeter verfällt jeden Herbst wieder in ihre Trauer um ihre Tochter, lässt alles verblühen und verdorren. Und erst im Frühjahr, wenn ihre Tochter wieder kam, erfreute sie die Welt mit mit Blumen und Früchten.

Das bekannteste Feste ihr zu Ehren statt: die Eleusinischen Mysterien.
Eleusis bedeutet „Advent/Ankunft“

Auch der Dionysos/Baccus Mythos spielt hier eine Rolle. Als Sohn einen Gottes (Zeus) und einer menschliche Frau, ist er einer der jüngsten Götter der Griechen, aber einer ihrer liebsten gewesen.
Er wurde in seiner Entwicklung mehrfach getötet und wieder ins Leben zurück gebracht. Das zeigte den Menschen die Möglichkeit der Wiedergeburt auf.
Die Teilnehmer der Eleusinischen Riten feierten 9 Tage lang. Sie reinigten sich, fasteten, aßen sein Fleisch in Form von Brot, das aus den ersten bzw. letzten Garben gebacken wurde. Und sie tranken sein Blut in Form von Wein und Bier. Dionysos war somit das Urbild Christi.
Die Teilnehmer dieser Myterienfeiern glaubten seiner Unsterblichkeit teilhaftig zu werden. Nach dem Tode wurden sie Demetreioi genannt, die Seligen der Demeter.
Da die eleusinischen Mysterien auch stark orgiastisch-erotisch waren, wurden sie im Zuge der Christianisierung ausgemerzt, die Tempel zerstört und die Göttin wurde als Heilige Demetra in eine untergeordnete Rolle versetzt.
Aber bei der Landbevölkerung besteht der Glaube noch heute, daß in der letzten Garbe der Geist der Demeter stecke. Sie bezeichneten diese Garbe als Demeter, das Korn der Mutter, das Alte Weib usw.

In all diesen Mysterien des Herbstes geht es um Tod und Widergeburt. Mabon ist die Vorbereitung auf den Eintritt in die dunkle Zeit, in den Tod. Die Zeit der Muttergöttin ist fast vorbei, im Laufe der nächsten Monate wird sie zur weisen Alten.

Interessant ist ja auch immer, welches Fest die katholische Kirche im Umkreis der Jahreskreisfeste feiert. Früher wurde die Kirchweih oder Kirmeß auf diese Zeit gelegt.
Der Begriff Kirmes kommt übrigens daher.
Am 29. September wird von der katholischen Kirche das Michaeli-Fest gefeiert, das Fest zu Ehren des Erzengels Michael, der Lucifer – den man auch als Lichtbringer übersetzen kann – in die dunkle Hölle (=Höhle, Unterwelt) verbannte. Kommt euch das jetzt nicht bekannt vor?

 


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